Heute vor sieben Jahren: Die Katastrophe von Sao Paulo

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Heute vor sieben Jahren kam es auf dem Flughafen Congonhas in Sao Paulo zur schlimmsten Flugkatastrophe Brasiliens. 199 Menschen kamen ums Leben, als eine Maschine der TAM über die Landebahn hinaus schoss.

Es gibt kaum beklemmendere Situationen als einen Anflug auf den kleinen Stadtflughafen von Sao Paulo, als eine bevorstehende Landung in Congonhas: Wenn das Flugzeug die die Landeklappen ausgefahren hat und die engen Hochhausschluchten der wild bebauten Millionenmetropole erreicht, dann legen sogar gestandene Vielflieger ihre Lektüre beiseite, atmen durch und legen die Hände auf den Schoss. Vor allem, wenn es regnet und stürmt. Meistens gehen diese Landungen in Congonhas natürlich gut, doch am 17. Juli 2007 hatten die Passagiere von Flug TAM 3054 nicht so viel Glück. Ihr Flieger schoß bei Regen über die eh schon knapp bemessene Landesbahn hinaus und krachte in ein angrenzendes Luftfrachtgebäude. Alle 187 Menschen an Bord sowie 12 Personen am Boden kamen ums Leben.
Rosangela da Silva gestikuliert wild mit den Armen und ihre Stimme findet kaum Halt, wenn man sie bittet zu beschreiben, was sich am Abend des 17. Juli 2007 in Congonhas zugetragen hat. „Es war ein einziger Feuerball. Ich konnte das Ganze von zu Hause sehen und dann haben wir nur noch den Fernseher angemacht. Muito triste, sehr traurig“, sagt die alte Frau aus der Nachbarschaft des Flughafens. Es war Brasiliens größte Flugzeugtragödie, als der Airbus A 320 aus Porto Alegre kommend um 18.50 Uhr in einem riesigen Flammenmeer aufging. Tagelang war im brasilianischen Fernsehen nichts anderes zu sehen als die Trümmerwüste neben dem Flughafen, mit verkohlten Überresten der Opfer gefüllte Leichensäcke und am Boden zerstörte, weinende Angehörige.
Wo damals das von der Maschine getroffene Luftfrachzentrum stand, befindet sich heute ein Memorial-Park mit einem Brunnen, in dessen Einfassung die Namen der Opfer graviert sich. Ein Ort der Ruhe im hektischen Sao Paulo, der nicht nur von Angehörigen besucht wird, sondern auch von Nachbarn und Kindern, die eine Weile dem Stress des Molochs entfliehen oder einfach Platz zum Spielen haben wollen, während in der unmittelbaren Umgebung Restaurants, Parkhäuser und Autowerkstätten längst wieder ihren Geschäften nachgehen.
Wer im Memorial-Park steht und die landenden oder startenden Flugzeuge zwischen den riesigen Hochhäusern beobachtet, schüttelt zwangsläufig ungläubig den Kopf. Wie kann man bloß ausgerechnet an diese Stelle einen Flughafen setzen? Doch als dieser 1936 eröffnet wurde gab es diese enge Bebauung nicht, die Stadt wucherte nach und nach an den Flughafen Congonhas heran. Städtebauliche Planung gab und gibt es in der 20-Millionen-Stadt Sao Paulo, die mit Guarulhos noch über einen internationalen Flughafen verfügt, quasi nicht. Immer wieder gab es Pläne, den Stadtflughafen zu schließen. Doch ist er bei Geschäftsleuten aufgrund der Nähe zum Stadtzentrum außerordentlich beliebt und vermutlich würde der Flugverkehr in der Sao Paulo ohne Congonhas komplett zusammenbrechen.
Es gab wohl drei Faktoren, die an diesem 17. Juli unglücklich Ursache für die Katastrophe waren: die defekte Schubumkehr eines Triebwerkes, die falsche Reaktion der Piloten sowie die regennasse Fahrbahn. Bis heute hat sich am Flughafen Congonhas, der jährlich von rund 20 Millionen Passagieren genutzt wird, kaum etwas geändert. Okay, die Landebahn wurde ausgebessert und das Aquaplaning-System für den häufig in Sao Paulo auftretenden Starkregen optimiert. Generell ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis am viel zu kleinen Flughafen zwischen den Hochhäusern die nächste Katastrophe passiert.

Diebstahl von Sao Paulo: Künstler fordert Freilassung

17 Jul

Zwei deutsche Fußballfans stehlen seelenruhig und an Dreistigkeit kaum zu übertreffen eine Bronzefigur aus einer Vitrine und lassen sie in einem Koffer verschwinden. Doch der Diebstahl wird von einer Überwachungskamera gefilmt, die beiden Deutschen sofort verhaftet. So geschehen am Montag am Flughafen in Sao Paulo in Brasilien, wo ihnen jetzt der Prozess gemacht werden soll. Nun schaltet sich der Künstler ein, der die 8000 Euro teure Figur, die einen Fußballer beim Fallrückzieher symbolisiert, geschaffen hat: „Die beiden hatten bestimmt zu viel Bier getrunken und waren noch vom Titelgewinn euphorisiert. Man sollte ihnen eine ordentliche Standpauke halten und sie dann zurück nach Deutschland schicken“, sagte Inos Corradin dem Portal G1. Der dreiste Diebstahl von Sao Paulo, in den brasilianischen Netzwerken und Portalen ist er längst das heiße Thema, wie die Klickzahlen belegen.
Wie ein Brot aus der Frischback-Zeile im Discounter – so selbstverständlich nehmen die beiden WM-Touristen die Skulptur aus der Vitrine, wie das Überwachungsvideo zeigt. Keine Spur von Eile oder schlechtem Gewissen, die Bronzefigur sollte ihre persönliche Turniertrophäe sein. Doch schon Minuten später klickten die Handschellen und die beiden 39 und 48 Jahre alten Gauner wurden ins Gefängnis verbracht. Dort warten sie nun auf das weitere Vorgehen der brasilianischen Gerichte.
„Normalerweise benehmen sich die Deutschen doch sehr diszipliniert und sie haben doch auch in Brasilien einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Diebe gibt es doch überall auf der Welt“, beschwichtigt Künstler Corradin, der aus seiner Heimat deutlich heftigere Vergehen gewohnt sein dürfte. „Wenn Sie mich fragen, ich würde den beiden Deutschen heftig die Meinung geigen. Und dann ist es aber auch gut.“
Die nun verhafteten Männer hatten die Nationalmannschaft durch das gesamte Turnier begleitet und am Sonntag den Titelgewinn im Maracana gefeiert. Montag wollten sie ihren Heimflug antreten. Nun droht statt Fußballtempel eine längere Zeit im berüchtigten brasilianischen Gefängnis.

Flughafen Sao Paulo: Deutsche Fans stehlen Bronzefigur und gehen in den Knast

16 Jul

 

Diese Aktion war völlig daneben und vor allem nicht besonders schlau: Zwei deutsche Fußballfans – 39 und 48 Jahre alt – haben am Montag eine Bronzefigur am Flughafen Sao Paulo gestohlen und wurden noch vor dem Abflug nach Deutschland verhaftet. Eine Überwachungskamera filmte die beiden, wie sie das 8000 Euro teure Kunstobjekt in aller Seelenruhe aus einer Vitrine entwendeten. Es sollte nach ersten Aussagen ein Souvenir der WM sein.
Die diebischen Fans, die sofort in Deutschland-Trikot und Handschellen abgeführt wurden, hatten zuvor das Endspiel in Rio sowie alle weiteren Spiele der Nationalmannschaft verfolgt.
Nun müssen sie sich in Brasilien für den Diebstahl verantworten. Brasilianische Gefängnisse sind übrigens nicht gerade für ihren Komfort bekannt.

Meine Zico-Story im Kurier, Österreich

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Neymar – o 10, o craque, o cara!

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“Danke. Neymar. Dafür, dass Du ein schwarz-weißes Herz hast. Danke für all’ die Freude, die Du uns gegeben hast. Für die Dribblings. Für die Tore. Für die Titel. Danke, dass Du noch ein bisschen länger geblieben bist, als alle anderen schon weg waren. Wir werden noch lange hier bleiben und dich anfeuern. Und wir hoffen auf deine Rückkehr. Eines Tages.”

Gerade in meinem Archiv gefunden. So verabschiedete die Tageszeitung A Tribuna aus Santos Neymar am 25. Mai 2013. Damals wurde sein Wechsel nach Barcelona bekannt, und es gab an diesem Tag in der ganzen Stadt nur dieses Thema.

Wer derzeit in Brasilien unterwegs ist, spürt überall, wie sehr die Brasilianer das WM-Aus ihres geliebten Superstars trifft. Neymar – die 10, der Crack, der Mann!

Neues Pelé-Museum: Mehr Schein als Sein

7 Jul

Eines vorweg: Die beiden Paläste in der Altstadt von Santos wurden wunderschön wieder hergerichtet. Das durfte niemand erwarten, schließlich kümmert sich in Brasilien eigentlich nie jemand um historische Bausubstanz. Meist wird einfach abgerissen und ein mindestens 16-stöckiges, nicht besonders schönes Appartementhaus an selber Stelle hochgezogen. Aber nein, die beiden Paläste aus dem 19. Jahrhundert – die früher einmal ein Hotel für reiche Kaffeebarone aus Sao Paulo waren – haben sie nach vier Jahren Bauzeit toll wieder hinbekommen. Mit dem Bahnhof aus dem Jahre 1865 gegenüber und der wieder intakten Straßenbahn ein phantastisches, bauhistorisches Ensemble für die Hafenstadt Santos mit ihren gut 500.000 Einwohnern. Wäre doch das in den beiden Häuser beherbergte Museu Pelé auch so gut gelungen wie der 17 Millionen Euro teure Prachtbau.

Vor gut zwei Wochen war es endlich soweit: Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern eröffnen sie in Santos das lange projektierte Pelé-Museum zu Ehren des wohl berühmtesten Fußballers aller Zeiten, Edson Arantes do Nascimento (73), der von 1958 bis 1974 für den FC Santos auflief und mit der Selecao dreimal Weltmeister wurde. Alles, was in Brasilien Rang und Namen hat, fand an diesem Tag den Weg in die bedeutendste Hafenstadt Südamerikas, die von ihrem Renommee für den weltweiten Kaffeeumschlag seit der Zeit der Kaffeebarone kaum etwas eingebüßt hat. Nur Staatspräsidentin Dilma ließ sich entschuldigen und sendete lediglich eine Videobotschaft, die im Museum abgespielt wurde.

Die sehenswertesten Ausstellungsstücke sind gleich im Erdgeschoss des Hauptgebäudes zu sehen: Da ist der Schuhputzkasten mit dem sich Pelé, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen der Kleinstadt Tres Curacoes – „Drei Herzen“ – im Bundesstaat Minas Gerais als Kind ein wenig Geld dazu verdient und da ist der aus unscheinbaren Lumpen zusammen geflickte kleine Ball, der Pelé schon früher immer länger am Fuß klebt als den anderen Kindern aus seinem Viertel. Peles Vater Dondinho, selbst ein durchschnittlicher Fußballer, bringt seine Familie schließlich von der Provinz in den Bundesstaat Sao Paulo, wo man 1958 bei einem Probetraining des FC Santos auf das Talent aufmerksam wird. Bis zum Ende seiner Karriere schießt er 1281 Tore in 1363 Spielen.

Museumsbesucher werden für umgerechnet 6,50 Euro Eintritt von den Karriereanfängen des Ausnahmefußballers durch insgesamt vier Weltmeisterschaften und drei Titel geführt: in Schweden 1958, in Chile 1962 und in Mexiko 1970. Einziges Problem: In den oberen Stockwerken des Museu Pelé werden die Ausstellungsstücke immer weniger, dort dominieren große Plakate mit markanten Zitaten: „Brasilien ist berühmt für den Fußball und Pelé ist berühmter als Brasilien“, wird beispielsweise der Kommentator Santana zitiert. Die vielen interessanten Fotos scheinen die Mehrzahl der insgesamt 2500 Ausstellungsstücke zu bilden. Sie zeigen Pelé meist so wie er sich heute am liebsten sieht: Pelé mit Staatsmännern, Pelé mit anderen Supersportlern, Pelé als Botschafter des Sports unterwegs in aller Welt.

Je länger man in der Ausstellung unterwegs ist, desto häufiger schweift der Blick hinaus aus dem Fenster zum regen Hafentreiben und zur legendären Kaffeebörse, wo über Jahre der Preis für die wertvollen Bohnen festgelegt wurde. Und desto mehr bestärkt sich der Eindruck, dass in einem supermodernen, klimatisierten Haus etwas relativ schnell und lieblos zusammen geschustert wurde. Beschriftungen der Exponate, deren Echtheit zumindest das ein oder andere Mal zweifelhaft erscheint, fehlen oder sind falsch zugeordnet. So wird an einer der Vitrine in der Agenda auf ein Foto hingewiesen, das das Wiedersehen von Pelé mit dem schwedischen Verteidiger Gustavsson dokumentiert. Zu sehen sind allerdings ein neuwertiges Pelé-Trikot und ein merkwürdiger Porzellanteller von 1958. Apropos Trikot: Warum hängt eigentlich Pelés Original-Zehner von 1970, angeblich 300.000 Euro wert, 80 Kilometer weiter oben in Sao Paulo im Museum des Fußball-Tempels Pacaembu?

Was das Museum, das von Pelés Stiftung verantwortet wird, total verschweigt, sind witzige oder spannende Begebenheiten in der Vita von König Pelé. Zum Beispiel, dass er sich seit Jahrzehnten ausschließlich von Senhor Didi, seinem Friseur am Santos-Stadion Vila Belmiro die Locken legen lässt oder dass das Sportmarketing-Imperium des Multi-Millionärs und rührigen Werbebotschafters mittlerweile längst aus New York gesteuert wird. Auch über das Privatleben von Pelé heute erfährt der Museumsbesucher nichts, genauso wenig über seine Einschätzung zur WM im eigenen Land. Dieses Kapitel kommt im Museu Pelé überhaupt nicht vor.
Dafür läuft der üppige Merchandising-Laden gleich am Eingang längst auf Hochtouren.

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Santos feiert Brasiliens Viertelfinal-Einzug

29 Jun

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